Copy-Box gegen Produktpiraterie

Copy-Box von Werkmedia
Liefert echte Werte: die Copy-Box (Bild: Werkmedia)

Produktpiraterie ist ein leidiges Thema – war es schon immer. Jüngste Erfahrung mit Produktpiraterie machte Frank Nägele, Geschäftsführer von Werkmedia. Hier sein Erfahrungsbericht – und schlägt mit der Copy-Boy eine Alternative vor.

„Sehr oft bekomme ich Mails aus dem asiatischen Raum – meistens
aus China. Da werden mir – zu unglaublich günstigen Preisen –
geniale Produkte angeboten. Paul, Eric, Sam oder Monika sind die
Absender. Und genau so eine Mail habe ich jetzt wieder einmal
erhalten. Eine PDF-Datei ist angehängt. Ich schaue mir die Produkte an. Sehen echt gut aus – denke ich so für mich. Was vielleicht daran liegt, dass da quasi unsere eigenen Produkte abgebildet sind.

Aber komisch – wieso werden die neuerdings auch in China hergestellt? Habe ich vielleicht versehentlich eine chinesische Niederlassung gegründet? Das kann ja schließlich jedem mal passieren. Ich bin erstaunt – aber noch nicht ansatzweise erbost.
Ich klicke auf den Link ganz unten in der Mail und lande auf einer Seite mit ganz vielen bunten Bildern. Ich gehe auf ‚about us‘ und stelle fest, dass mir die chinesischen Mitarbeiter der Firma zwar sympathisch sind aber schon auch sehr spanisch vorkommen (siehe Bild 1)

Mitarbeiter von Werkmedia
Sehen so garnicht chinesisch aus: Die Mitarbeiter der chinesischen Niederlassung, die aber wohl in Deutschland arbeiten

Ich finde mich auf der Internetseite schnell zurecht. Die Produktunterteilungen, die Produktabbildungen und auch die technischen Zeichnungen kommen mir bekannt vor. Sogar die Maße sind identisch. Lediglich bei den Preisen gibt es ein großes Delta. Die Verkaufspreise dort liegen deutlich (und damit meine ich WIRKLICH DEUTLICH!) unter unseren Einkaufspreisen hier in Deutschland. Ich bin immer noch erstaunt – aber immer noch nicht erbost. Dann denke ich bei mir: Vielleicht können wir ja den fetten Reibach machen, indem wir die Gehäuse zukünftig in Asien beziehen und hier in Deutschland für teuer Geld verkaufen. Also formuliere ich flux eine Mail und ich erhalte auch schnell eine freundliche und nicht gänzlich unprofessionell formulierte Antwort.

Geschäftsanbahnung

Ich kürze den Vorgang hier etwas ab. Die ‚No-Problem-Aussagen‘ weichen der Realität. Von der Bestellung bis zu Lieferung vergehen über 12 (in Worten ZWÖLF!) Wochen. Nicht gerade ein Rekord. Und ich gebe zu – jetzt war ich doch erstaunt – aber immer noch nicht so richtig arg erbost.
Das Paket kommt an. In vorfreudiger Erregung öffnen wir es. Und dann bin ich nicht mehr erstaunt – sondern einfach nur erbost! Die Qualität des Produkts (wenn man das Wort Qualität in dem Zusammenhang überhaupt verwenden will) ist eine Katastrophe!
Das Zusammenbauen ist eine Tortur – ich verletze mich dabei (was vielleicht auch der zu diesem Zeitpunkt stark vorherrschenden Erbosung geschuldet ist). Die Abdeckplatte passt nicht und wölbt sich nach außen. Die Rohrsysteme sind schlecht gebogen. Die
Bolzen passen nicht oder sind einfach nicht vorhanden.

Ich fasse es so zusammen:
Das Produkt ist durch und durch ein außerschwäbischer Pfusch.
Produkte kopieren ist das eine. Damit soll ja – nach asiatischer Auffassung – der Hersteller ‚geehrt‘ werden. Und wenn man das ganz weit weg – da unten in Asien – macht, dann komme ich auch gut damit zurecht. Aber wenn die Kopie dem Original äußerlich gleicht wie ein Ei dem anderen und dann auch noch hier angeboten wird,
dann wird es echt blöd. Denn dann kann es passieren, dass jemand das Produkt sieht und denkt es wäre von uns. Und das ist eine Katastrophe!

Copy-Box als Lösung

Der Inhalt der Copy-Box
(Bild 2) Der Inhalt der Copy-Box

Und jetzt? Die Erbosung hat sich mit der Zeit gelegt. Ich habe lange überlegt was zu tun ist. Und ich glaube ich habe eine – für beide Seiten – gute Lösung gefunden. Schuld ist nämlich nicht der ‚Nachbauer‘, sondern schuld sind wir. Weil wir unsere Produkte
nicht richtig zeigen. Und deshalb können ab sofort alle Interessenten bei uns eine Copy-Box kaufen. In dieser Kiste sind ALLE Einzelteile unseres savepads enthalten. Der Nachbauer kann dann in aller Ruhe die Produkte testen, präzise vermessen und  kopieren. Und wenn er fertig ist, dann wollen wir ein Muster – das wir dann (wenn es unseren Vorstellungen entspricht) freigeben! 🙂

Die Kopie-Box kostet EUR 999,–. Ein Schnäppchen wenn man sieht, was man dafür bekommt (siehe Bild 2).

Über Werkmedia:
Die Werkmedia GmbH, ein Tochterunternehmen der Werkstation GmbH, hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2012 erfolgreich auf die Entwicklung und Herstellung von hochwertigen und diebstahlsicheren Design-Tablethalterungen spezialisiert.